Tag 1 bis 5 durch Deutschland

Tagesziel Fürth

Was für ein Auftakt! Herrliches Radfahrwetter, kaum Gegenwind, Sonne mit leichter Bewölkung und angenehmen Temperaturen. Besser hätte die Tour nicht beginnen können. Am Abend wurde es zeitlich dann doch noch mal knapp, denn ich wollte pünktlich bei Ralf und Jessi ankommen. Um 20:00 Uhr wartete ein reservierter Tisch im Gasthof Weigel auf uns.

Statistik: 207km, 9:30h Fahrtzeit, Start 8:30 Uhr, Ankunft 19:15 Uhr

Fürth bis Erfurt

Nach einer entspannten Nacht ging es am nächsten Morgen pünktlich um 8:00 Uhr los. Zuvor gab es noch ein leckeres und bisweilen auch amüsantes Frühstück.

Der zweite Tag war vom Wetter her eher durchwachsen. Morgens ging es bereits mit Regen los. Die Regenkleidung hat so bereits mehrere Stunden Feuertaufe hinter sich und erfolgreich bestanden.

Dann klarte es allmählich auf und am Ende war der Tag doch gar nicht so schlecht, bis…

Die erste Panne kurz vor Frauenwald im Thüringer Wald sollte meine Ankunft bei Remo und Steffi um circa 40 Minuten verzögern. Die Kette musste wohl den harten Bedingungen an diesem Tag Tribut zollen. Viele unbefestigte Wege (zum Beispiel am Main-Donau-Kanal entlang) ließen das Rad sehr schnell sehr dreckig werden. O-Ton Remo nach meiner Ankunft: „Du siehst aus als hättest du die Nordkapp Tour bereits hinter dir!“ Insgesamt sowieso schon ein etwas durchwachsener Tag, kam nun auch noch ein Kettenriss dazu und ich musste bereits in Deutschland meinen ersten Schnellverschluss dafür opfern. Das kann ja was werden. Natürlich hatte ich noch nie zuvor ein Kettenschloss in eine gerissene Kette eingefügt. Doch dieser YouTube Link https://youtu.be/88YQKsoS0T4 in Verbindung mit einer guten Netzabdeckung brachte schnell die Lösung auch ohne spezielles Werkzeug.

Zunächst dachte ich noch, dass ich kurz vor 20:00 Uhr dann endlich bei Remo und Steffi zu Hause angekommen bin. Allerdings hatte ich die Rechnung nicht mit Komoot gemacht, denn meine Navi App schickte mich kurzerhand 3 km querfeldein. Mit vielen Schiebepassagen, erneut ordentlich Gestrüpp, Dreck und Pflanzen im Schaltwerk erreichte ich 20 Minuten später dann endlich die Casa del Remo.

Es sollte auch körperlich die wohl härteste Etappe durch Deutschland bleiben. Mit knapp 2000 Höhenmeter durch den Thüringer Wald war ich froh am Abend endlich dazu sein.

Ein tolles Abendessen entlohnt. Gegen 22 Uhr lagen wir alle in der Koje, und ich hatte eine hervorragend ruhige und erholsame Nacht.

Statistik: 202km, 9:51h Fahrtzeit, 8:00 Uhr Start, ca. 20 Uhr Ankunft

Erfurt bis Burg bei Magdeburg

Der dritte Tag der Reise startete kühl und frisch noch vom Regen in der Nacht. Je weiter ich mich jedoch von Erfurt Richtung Norden bewegte desto mehr klarte der Himmel auf und umso freundlicher wurde der Tag. Der Wetterbericht sollte Recht behalten.

Die harten Etappen der beiden Vortage zeigten ihre Wirkung und hinterließen ihre Spuren am zu wenig trainierten Popo. Dabei war ich vor Beginn der Reise noch der Meinung, auf eine besondere Behandlung bei nur 150-200 km pro Tag verzichten zu können. Dem war wohl offensichtlich nicht so und die erste geöffnete Apotheke noch in Erfurt stattete mich aus. Zu Gunsten einer längeren Regenerationszeit sollte ich letztlich die Tagesetappe um rund 40 km auf nur noch rund 160 km verkürzen und nahm den Zug von Aschersleben bis Magdeburg. Bemerkenswert: der Abellio nimmt Räder auch ohne zusätzliches Fahrradticket mit!

Statistik: 153km (zzgl. ca. 40km Zugfahrt), 8:30h Fahrtzeit, Start 8 Uhr, Ankunft 18 Uhr

Burg bis Lübz

In Burg verbrachte ich eine Nacht im Hotel Carl von Clausewitz, eine von zwei Nächten in gebuchten Unterkünften in Deutschland. Das Hotel lag in einem alten Kasernengelände, also eine sehr gewohnte Umgebung. Am Abend zuvor saß ich noch beim nahegelegenen Italiener, wobei mir bereits da aufgefallen ist, dass die Menschen in dieser Region Deutschlands es mit dem Mund-Nasenschutz und den Abstandsregeln nicht so genau. Ich wurde vom Chef des Hauses mit Handschlag begrüßt, und konnte nur knapp einer Umarmung entgehen. Auch das Tragen einer Nasenbedeckung der übrigen Bevölkerung war eher fakultativ. ????

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es um 7:30 Uhr auf in die dritte Etappe. Was für ein herrlicher Tag! Nach der etwas lockeren Etappe vom Vortag lief es an diesem Tag fast ganz von alleine. Rückenwind, herrlichstes Wetter, toll zu fahrende Radwege.

Einen kurzen besonderen Abschnitt hatte mir Komoot allerdings auch diesmal wieder vorgesehen. Tiefer Sand ließen mich das Veloheld ein paar 100 m schieben. insgesamt war ich extrem gut unterwegs und hatte die 100 km bereits um 12:00 Uhr mittags geschafft. Da an diesem Tag ohnehin nur gut 160 km zu fahren waren, gönnte ich mir einen kleinen Umweg nach Perleberg und verweilte einen Moment in einer Eisdiele.

Das kleine Örtchen Muggerkuhl hatte es mir angetan.

Bereits am frühen Abend erreichte ich nach rund 170 km den Ort Lübz und meine Unterkunft „Zur Eldenburg“.

Statistik: 169km, 7:22h Fahrtzeit, 7:30 Uhr Start, 16:15 Uhr Ankunft

Lübz bis Rostock

Die letzte Etappe war nur eine kurze Kaffeefahrt von rund 100 km. Ein ebenso genialer Tag wie der gestrige, tolles Wetter, leichte Bewölkung und angenehme Temperaturen. Je näher ich Rostock und der Ostseeküste kam, desto mehr Gegenwind musste ich akzeptieren. Im Grunde genau wie man es erwarten kann. Außerdem wurde die Strecke zu meiner Überraschung auch wieder etwas welliger und es ging spätestens 40 km vor Rostock häufig leicht bergan oder bergab.

In negativer Erinnerung wird mir sicherlich der Ort Güstrow bleiben. So oft wie dort (um genau zu sein sonst überhaupt nicht) wurde ich nirgends in Deutschland von Autofahrern angehupt, wild gestikulierend zurecht gewiesen, oder im rekordverdächtigen Abstand von geschätzten 10 cm überholt. Selbst entgegenkommende Autofahrer hupten und waren der Meinung, mir gegenüber verkehrserzieherisch tätig zu werden und mich auf Radwege auf ihrer Seite aufmerksam zu machen. Seltsamer Ort und Leute, alle recht unentspannt. Mein Plan sah eigentlich vor mir dort eine Eisdiele zu suchen, so gastlich war der Ort dann aber doch nicht und ich sah zu, so schnell wie möglich wieder in ruhigere Gegenden zu kommen.

Ich war bereits um kurz nach eins in Rostock und verbummelte den Rest des Nachmittags in der Innenstadt. Zur Sicherheit kaufte ich noch ein drittes Quicklink sowie eine weitere kleine Tube Kettenöl. Damit bin ich nun (hoffentlich) gut gerüstet und der Part durch Schweden kann beginnen.

Statistik: 94km, 4:40 h Fahrtzeit, 8:45 Uhr Start, 13:30 Uhr Ankunft.

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