Tag 4 – Häresjön (See) > Lilleström

Tag 4 startete phantastisch: beim Blick vom Nachtlager aus über den See sah man – nichts. Sehr nebelig, was aber besonders reizvoll war, denn man konnte drauf lostrampeln, ohne die Hügel zu sehen. ????

Mit viel Gequatsche und Gelächter ging es dann etwa 40 km mit sehr hohem Schnitt dahin, bis wir uns der norwegischen Grenze näherten. Nach kurzem Kaffee und einigen Gesprächen mit sehr aufgeschlossenen Schweden, ging es anschließend dann in Norwegen weiter. Wir nannten sie „Grenzposten“ – sie wirkten wie einfache alte Leute, waren aber mit ihren Smartphones und Apps zu allem informiert…

Dann ging es weiter, bis um die Mittagszeit das Wetter umschlug und wir bis in die frühen Abendstunden von ergiebigen Regen begleitet wurden.

Belohnt wurde der dennoch schnelle Ritt mit einer abendlichen Sonne ins Gesicht und natürlich hervorragendem Essen.

Tag 2 – Bjuv > Byendal

Auch Tag zwei lief praktisch wie geschmiert. „Es läuft wie ein Länderspiel“ – so könnten wir den Tag in Kurzzusammenfassung darstellen. Windverhältnisse, Temperatur und Motivation haben sauber mitgespielt. Einzig ein kräftiger Schauer am Nachmittag wollte uns dann an die Wirklichkeit Skandinaviens erinnern. Aber wir – klar – konnten uns in ein reizendes Café retten, noch ehe der erste Tropfen fiel. Und bei Cappuccino, Kuchen wie von Oma sowie tollen Tischnachbarn konnten wir die Stunde ganz gut aushalten.

Wir waren von Anfang an von den gigantischen Grundstücken (zumeist auch nicht umzäunt) mit wahnsinnig tollen Häusern sehr begeistert. Platzprobleme, wie in Deutschlands Großstädten, scheint es hier nicht zu geben. Eine Villa ist schöner als die andere. Beinahe alle Grundstücke zeichnen sich durch gigantische und perfekt (durch Rasenroboter) gepflegte Rasenflächen aus. Diese Euphorie war sicher auch ein Stück weit vom Gefühl getragen nun endlich in Schweden zu sein. Aber seht selbst…

Ordentlich Rückenwind sicherte uns eine vernünftige Tageskilometerleistung. Nach 180 km erreichten wir einen Zeltplatz, auf dem wir zuvor ein kleines Zimmer gebucht hatten. Am Abend dann Wäsche aufbereiten und auch selbst mal etwas Kontakt mit Wasser und Seife, das mischte die Karten neu für die kommenden Tage. Nicht zu vergessen die sehr fettigen, aber genau deshalb so sauleckeren Pizzas, die dann auch die nächtliche Verdauungsphase zu einer großartigen „Ladestation“ machten.

Tag 1 – Trelleborg > Bjuv

Am Nachmittag gegen 14 Uhr rollten wir von der Fähre. Wir wollten noch ein paar Meter machen, also hieß es keine Zeit zu verbummeln. Die Einreise verlief erstaunlich unspektakulär: keine Kontrollen, kein Corona-Test, niemand wollte unser Impfzertifikat sehen. Wir rollten von der Laderampe zwischen den Brummies aus dem Hafen direkt in die Stadt und waren plötzlich in Schweden ????????.

Heute waren wir zum Einstieg absolut begünstigt: schlichtweg Traumwetter. Wir konnten uns gut einradeln. Rob war beeindruckt von der tollen Streckenführung, Flo von Robs Trainingszustand und Flos Schenkel von den gewaltigen Antritten, die nötig waren, die Masse nach jedem Stopp wieder in Bewegung zu versetzen. Alle zufrieden.

Der Nachmittag verlief ansonsten eher unspektakulär und war geprägt vom Gefühl nun endlich in einem anderen Land zu sein. Im Vergleich zu Deutschland: deutlich weniger Menschen auf einen Haufen, sehr entspannter Verkehr, ruhige und unaufgeregte Artgenossen hinter den Lenkrädern, sensationell große Abstände bei Überholmanövern. Radler werden tatsächlich als normale Verkehrsteilnehmer wahrgenommen. Und es wird sicher noch ruhiger, denn der Süden ist ja noch recht dicht besiedelt. Am Abend machten wir prompt vom Jedermannsrecht Gebrauch und zelteten auf einer perfekten Wiese eines Sportplatzes. Unsere Seelen verhätschelten wir zuvor noch mit ordentlich Pizza, schwedischer Fruchtsaft-Zauberei und „etwas“ Süßigkeiten (na ja, Rob zumindest – Flori muss sich das erst noch „erradeln“).

Überfahrt und Start in Schweden

Unser Plan sah vor noch am Mittwochabend eine der beiden Nachtfähren nach Trelleborg zu nehmen, auf der Fähre zu schlafen und so gegen 6 Uhr morgens frisch und ausgeruht in den Donnerstag zu starten. Leider waren beide Fähren bereits ausgebucht. Unsere nächste Möglichkeit eröffnete sich am nächsten Morgen um 7:30 Uhr. Also verbrachten wir noch den Abend und die Nacht in Rostock und holten uns ein paar Restaurant- und Schlafplatz-Tipps von unserem Kumpel Samo. Die Nacht war etwas kurz, aber ausreichend erholsam. Die Vorfreude auf die Fährfahrt bügelte die letzten Schlaffalten im Gesicht glatt.

Fazit durch Deutschland

Streckenlänge und körperliche Verfassung

Die ersten fünf Tage durch Deutschland haben mir gezeigt, dass Tagesetappen von 200 km für mich ganz gut möglich sind (sobald der Hintern etwas eingefahren ist). Rein körperlich fühle ich mich gut und freue mich nun auf die Weiterfahrt in Schweden. Der Popo musste sich mangels vorherigem Training zunächst an die Zeiten im Sattel gewöhnen. Mit Vaseline am Tage und Bepanthen Nachts habe ich es letztlich aber ganz gut in den Griff bekommen (hoffen wir, dass es dabei bleibt). 200 km pro Tag bedeuten aber auch relativ wenig Zeit für Stopps und keine ausgedehnten Pausen. Um abends nicht zu spät am jeweiligen Zielort anzukommen sollte eine solche Etappe am besten bereits gegen 7 Uhr morgens beginnen. Eine konzentrierte Organisation ist unumgänglich (Planung der Verpflegung, Wassernachschub, Erledigung möglichst gleich mehrerer Dinge pro Stopp, Planungen per Google Maps am besten auf dem Rad, etc.). Insgesamt also eher etwas Stress, weil ständig der Blick auf die Uhr wandert und bereits beim Abstellen des Rades etwas Hektik beginnt.

Deutlich entspannter sind daher 150 km (oder auch nur 180km machen schon rund eine Stunde mehr Zeit pro Tag für andere Dinge). Es bleibt mehr (oder überhaupt erst) Zeit für den ein oder anderen bewussten Stopp an schönen Ecken, tollen Gegenden und das ein oder andere Foto mehr. Ganz zu schweigen von den rund 2,5h weniger im Sattel und mehr Zeit zur Regeneration. Mein Fazit zur Streckenlänge lautet also: ab und zu mal eine knackige 200er Etappe um ein bisschen Strecke und Zeit herauszufahren und ansonsten aber hauptsächlich 150er Etappen zum Genießen und Bestaunen.

Abschließend war die Strecke durch Deutschland aber auch keine wirkliche radfahrtechnische Herausforderung. Das Wetter war bis auf einen Tag (und da auch nur stundenweise mit Regen) durchweg hervorragend. Auf rund 850km mussten nur etwas mehr als 4000 HM bewältigt werden (abgesehen von der zweiten Etappe durch den Thüringer Wald – und selbst da waren es keine 2000 HM auf 200 km Streckenlänge – gab es keine echte Bergetappe). Es gab jeden Abend eine Dusche, feste Unterkünfte, warme Mahlzeiten und bis auf einen Kettenriss keine Pannen. Zudem ist Deutschland derart dicht besiedelt, dass praktisch nie eine echte Versorgungslücke entsteht, weder hinsichtlich Verpflegung und Wasser noch hinsichtlich Fahrradersatzteile. All diese Aspekte werden im Norden Norwegens sicher etwas anspruchsvoller werden. Wir werden sehen…

Streckenführung und Landschaft

Deutschland ist, wie ich das erwartet hatte und zum großen Teil eigentlich bereits schon kannte, landschaftlich ein ganz tolles Land. Ich kann beinahe jedem Teil Deutschlands etwas schönes abgewinnen. Das Alpenvorland, die bayerischen Berge, das Allgäu (kitschiger geht es wohl kaum), die Mittelgebirgslandschaften und der Thüringer Wald, aber vor allem auch die flachen Ebenen ab Sachsen-Anhalt bis zum Norden. Jeder Teil hat seinen eigenen Reiz. Mein persönlicher Favorit sind unter anderem sicher die Kiefernwälder und die Seen in Mecklenburg-Vorpommern. Gerade diesen Teil verbinde ich (historisch bedingt) immer mit Urlaub.

Die Streckenführung durch Deutschland habe ich mit Komoot geplant, wobei geplant hier heißt, dass ich lediglich Start- und Zielpunkt gewählt habe. Als Routenprofil wählte ich „Fahrrad“. Die Profile „Rennrad“ oder „Gravel Bike“ waren mir zu unsicher: nach meiner Erfahrung sind reine Rennradrouten oftmals zu Hauptverkehrsstraßen-lastig und damit mit hohen Verkehrsaufkommen verbunden, und meine Befürchtung bei Gravel Bikerouten ist, dass zu viele unbefestigte Wege dabei sind, die am zügigen vorankommen hindern. Die Standard-Fahrradrouten in Komoot sind gut mit Reiserädern oder Trekking Rädern zu befahren, und Komoot benutzt hierfür hauptsächlich Radreisewanderwege bzw. klassische/ausgeschilderte Radwege. Alles in allem ein sehr guter Kompromiss, und auch überwiegend sehr gut mit meinem Randonneur mit 32mm Bereifung zu befahren. Nur gelegentlich hätte ich eher ein Mountainbike gebraucht, selbst ein Trekkingrad wäre hier nur schwerlich oder gar nicht mehr vorangekommen. Wollte ich diese Teile der Strecke noch vermeiden, müsste ich deutlich mehr Zeit in die Vorbereitung und Streckenplanung investieren. So hatte ich Null Vorbereitungszeit.

Statistik

Bis zur Rostocker Innenstadt waren es insgesamt rund 825km. Bis zum Überseehafen sind es noch etwa 10km und ich habe mir rund 40km durch die Zugfahrt zwischen Aschersleben und Magdeburg gespart. Damit passt Komoots Prognose von 877km recht gut.

Die gezeigten Höhenmeter sind nur ein grober Anhalt, da der Tacho einen barometrischen Höhenmesser hat der naturgemäß auch wetterbedingte Luftdruckschwankungen aufzeichnet. Genauer wäre es sicherlich gewesen, die Höhenmeter pro Tag zu notieren und am Ende der Fahrt zusammen zu addieren.

Tag 1 bis 5 durch Deutschland

Tagesziel Fürth

Was für ein Auftakt! Herrliches Radfahrwetter, kaum Gegenwind, Sonne mit leichter Bewölkung und angenehmen Temperaturen. Besser hätte die Tour nicht beginnen können. Am Abend wurde es zeitlich dann doch noch mal knapp, denn ich wollte pünktlich bei Ralf und Jessi ankommen. Um 20:00 Uhr wartete ein reservierter Tisch im Gasthof Weigel auf uns.

Statistik: 207km, 9:30h Fahrtzeit, Start 8:30 Uhr, Ankunft 19:15 Uhr

Fürth bis Erfurt

Nach einer entspannten Nacht ging es am nächsten Morgen pünktlich um 8:00 Uhr los. Zuvor gab es noch ein leckeres und bisweilen auch amüsantes Frühstück.

Der zweite Tag war vom Wetter her eher durchwachsen. Morgens ging es bereits mit Regen los. Die Regenkleidung hat so bereits mehrere Stunden Feuertaufe hinter sich und erfolgreich bestanden.

Dann klarte es allmählich auf und am Ende war der Tag doch gar nicht so schlecht, bis…

Die erste Panne kurz vor Frauenwald im Thüringer Wald sollte meine Ankunft bei Remo und Steffi um circa 40 Minuten verzögern. Die Kette musste wohl den harten Bedingungen an diesem Tag Tribut zollen. Viele unbefestigte Wege (zum Beispiel am Main-Donau-Kanal entlang) ließen das Rad sehr schnell sehr dreckig werden. O-Ton Remo nach meiner Ankunft: „Du siehst aus als hättest du die Nordkapp Tour bereits hinter dir!“ Insgesamt sowieso schon ein etwas durchwachsener Tag, kam nun auch noch ein Kettenriss dazu und ich musste bereits in Deutschland meinen ersten Schnellverschluss dafür opfern. Das kann ja was werden. Natürlich hatte ich noch nie zuvor ein Kettenschloss in eine gerissene Kette eingefügt. Doch dieser YouTube Link https://youtu.be/88YQKsoS0T4 in Verbindung mit einer guten Netzabdeckung brachte schnell die Lösung auch ohne spezielles Werkzeug.

Zunächst dachte ich noch, dass ich kurz vor 20:00 Uhr dann endlich bei Remo und Steffi zu Hause angekommen bin. Allerdings hatte ich die Rechnung nicht mit Komoot gemacht, denn meine Navi App schickte mich kurzerhand 3 km querfeldein. Mit vielen Schiebepassagen, erneut ordentlich Gestrüpp, Dreck und Pflanzen im Schaltwerk erreichte ich 20 Minuten später dann endlich die Casa del Remo.

Es sollte auch körperlich die wohl härteste Etappe durch Deutschland bleiben. Mit knapp 2000 Höhenmeter durch den Thüringer Wald war ich froh am Abend endlich dazu sein.

Ein tolles Abendessen entlohnt. Gegen 22 Uhr lagen wir alle in der Koje, und ich hatte eine hervorragend ruhige und erholsame Nacht.

Statistik: 202km, 9:51h Fahrtzeit, 8:00 Uhr Start, ca. 20 Uhr Ankunft

Erfurt bis Burg bei Magdeburg

Der dritte Tag der Reise startete kühl und frisch noch vom Regen in der Nacht. Je weiter ich mich jedoch von Erfurt Richtung Norden bewegte desto mehr klarte der Himmel auf und umso freundlicher wurde der Tag. Der Wetterbericht sollte Recht behalten.

Die harten Etappen der beiden Vortage zeigten ihre Wirkung und hinterließen ihre Spuren am zu wenig trainierten Popo. Dabei war ich vor Beginn der Reise noch der Meinung, auf eine besondere Behandlung bei nur 150-200 km pro Tag verzichten zu können. Dem war wohl offensichtlich nicht so und die erste geöffnete Apotheke noch in Erfurt stattete mich aus. Zu Gunsten einer längeren Regenerationszeit sollte ich letztlich die Tagesetappe um rund 40 km auf nur noch rund 160 km verkürzen und nahm den Zug von Aschersleben bis Magdeburg. Bemerkenswert: der Abellio nimmt Räder auch ohne zusätzliches Fahrradticket mit!

Statistik: 153km (zzgl. ca. 40km Zugfahrt), 8:30h Fahrtzeit, Start 8 Uhr, Ankunft 18 Uhr

Burg bis Lübz

In Burg verbrachte ich eine Nacht im Hotel Carl von Clausewitz, eine von zwei Nächten in gebuchten Unterkünften in Deutschland. Das Hotel lag in einem alten Kasernengelände, also eine sehr gewohnte Umgebung. Am Abend zuvor saß ich noch beim nahegelegenen Italiener, wobei mir bereits da aufgefallen ist, dass die Menschen in dieser Region Deutschlands es mit dem Mund-Nasenschutz und den Abstandsregeln nicht so genau. Ich wurde vom Chef des Hauses mit Handschlag begrüßt, und konnte nur knapp einer Umarmung entgehen. Auch das Tragen einer Nasenbedeckung der übrigen Bevölkerung war eher fakultativ. ????

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es um 7:30 Uhr auf in die dritte Etappe. Was für ein herrlicher Tag! Nach der etwas lockeren Etappe vom Vortag lief es an diesem Tag fast ganz von alleine. Rückenwind, herrlichstes Wetter, toll zu fahrende Radwege.

Einen kurzen besonderen Abschnitt hatte mir Komoot allerdings auch diesmal wieder vorgesehen. Tiefer Sand ließen mich das Veloheld ein paar 100 m schieben. insgesamt war ich extrem gut unterwegs und hatte die 100 km bereits um 12:00 Uhr mittags geschafft. Da an diesem Tag ohnehin nur gut 160 km zu fahren waren, gönnte ich mir einen kleinen Umweg nach Perleberg und verweilte einen Moment in einer Eisdiele.

Das kleine Örtchen Muggerkuhl hatte es mir angetan.

Bereits am frühen Abend erreichte ich nach rund 170 km den Ort Lübz und meine Unterkunft „Zur Eldenburg“.

Statistik: 169km, 7:22h Fahrtzeit, 7:30 Uhr Start, 16:15 Uhr Ankunft

Lübz bis Rostock

Die letzte Etappe war nur eine kurze Kaffeefahrt von rund 100 km. Ein ebenso genialer Tag wie der gestrige, tolles Wetter, leichte Bewölkung und angenehme Temperaturen. Je näher ich Rostock und der Ostseeküste kam, desto mehr Gegenwind musste ich akzeptieren. Im Grunde genau wie man es erwarten kann. Außerdem wurde die Strecke zu meiner Überraschung auch wieder etwas welliger und es ging spätestens 40 km vor Rostock häufig leicht bergan oder bergab.

In negativer Erinnerung wird mir sicherlich der Ort Güstrow bleiben. So oft wie dort (um genau zu sein sonst überhaupt nicht) wurde ich nirgends in Deutschland von Autofahrern angehupt, wild gestikulierend zurecht gewiesen, oder im rekordverdächtigen Abstand von geschätzten 10 cm überholt. Selbst entgegenkommende Autofahrer hupten und waren der Meinung, mir gegenüber verkehrserzieherisch tätig zu werden und mich auf Radwege auf ihrer Seite aufmerksam zu machen. Seltsamer Ort und Leute, alle recht unentspannt. Mein Plan sah eigentlich vor mir dort eine Eisdiele zu suchen, so gastlich war der Ort dann aber doch nicht und ich sah zu, so schnell wie möglich wieder in ruhigere Gegenden zu kommen.

Ich war bereits um kurz nach eins in Rostock und verbummelte den Rest des Nachmittags in der Innenstadt. Zur Sicherheit kaufte ich noch ein drittes Quicklink sowie eine weitere kleine Tube Kettenöl. Damit bin ich nun (hoffentlich) gut gerüstet und der Part durch Schweden kann beginnen.

Statistik: 94km, 4:40 h Fahrtzeit, 8:45 Uhr Start, 13:30 Uhr Ankunft.

Abreise

Am Samstagmorgen ging es wie geplant dann endlich los. Vorfreude auf der einen Seite und sehr gespannt was auf mich wartet, ein bisschen Wehmut auf der anderen Seite, denn ich werde meine drei Lieben jetzt erst mal eine ganze Weile nicht wieder sehen.

Wie versprochen war Falk um kurz nach acht in Gronsdorf, und wir konnten die ersten Kilometer gemeinsam starten.

Falk begleitete mich noch bis Ingolstadt und verabschiedete sich nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss. Nach dem zweiten Abschied an diesem Tage sollte es für mich noch bis nach Fürth weitergehen. Falk kehrte in Ingolstadt um und hatte am Ende des Tages dann auch mehr als 200 km auf der Uhr.

Was hatte ich eigentlich bis zur Abreise noch alles erledigen wollen? Ach ja: Alternativrouten heraussuchen, Roadbook zusammenstellen, Bremsbeläge wechseln. Letztlich habe ich nichts davon erledigt. Stattdessen habe ich mir (alles für die Wissenschaft) kurzerhand bei Amazon noch einen neuen GPS Tracker besorgt. Eine kleine, aber nette Spielerei. Über diesen Link https://maps.findmespot.com/s/WHGC könnt ihr jederzeit verfolgen wo wir gerade sind.

Die letzten Vorbereitungen

Noch knapp eine Woche bis zum Start. Am 31.07. morgens um 8 Uhr soll es in Gronsdorf losgehen. Was habe ich am Wochenende gemacht und was gibt es noch die restlichen Tage zu tun? Das letzte Wochenende vor dem Start war hauptsächlich durch die letzten Vorbereitungen geprägt. Aber auch sonst gab es ein paar schöne Events. Paulina und die Klasse 2e verabschiedeten sich vor den Sommerferien von ihrer Klassenlehrerin Frau Aulbach (ab nächstem Jahr bekommen sie eine neue Klassenlehrerin).

Die Klasse 2e verabschiedet sich von Frau Aulbach

Am Sonntag gab es den jährlich stattfindenden und mittlerweile schon zur Tradition gewordenen Triplet, ein Sport-Event, ausgerichtet von Tini und Stefan vom TSV Waldtrudering. 1.5 Meilen laufen, 500 Seilsprünge, 150 Kniebeuge, 100 Liegestütze, 50 Klimmzüge, 10 Meilen Radfahren. Und dann noch einmal von vorne: also 500 Seilsprünge, 150 Kniebeuge, usw., und zum Abschluss nochmal 1.5 Meilen laufen. Der Triplet war eine sehr gute Vorbereitung für den Start in einer Woche und ein tolles Team-Event, wenn auch Corona-bedingt das anschließende Grillen dieses Jahr leider nicht stattfinden konnte.

Tiplet-Mannschaft vom TSV Waldtrudering

Ansonsten habe ich alle Ausrüstungsgegenstände zusammengesucht und zur Probe gepackt, und ein paar Dinge vorher nochmal ausprobiert:

  • mit Ferdi im Garten gezeltet und so nochmal Schlafsack, Isomatte und Daunenjacke als Kopfkissenersatz ausprobiert (Wird mir die Daunenjacke als Kopfkissen auf Dauer genügen? Ich bin noch immer etwas unsicher.)
  • mit der neuen AeroPress Go und dem neuen Kochgeschirr einen Kaffee zubereitet (klappt super, schnell und ist sehr einfach)
  • Kette gewechselt
Der erste Kaffee mit der neuen AeroPress Go

Was ist jetzt noch bis Samstag zu tun:

  • Alternativrouten in Schweden und Norwegen noch raussuchen, Routenplanung updaten; bisher sind nur die etwas längere Nordseeküstenroute durch Schweden und die Westenküstenroute von Trondheim bis zum Nordkapp geplant (diese würde jedoch 15 Fährfahrten bedingen, was sicher den Zeitplan sprengen würde, also muss ich da nochmal ran)
  • kleines Roadbook zusammenstellen: Zeltplätze, Städte, Verpflegungsstellen, etc. (einen guten Anhalt bietet das Radreise-Wiki)
  • ggf. Bremsbeläge noch wechseln (vermutlich fahre ich aber erstmal so los und wechsle dann unterwegs wenn es wirklich nicht mehr geht)
  • weitere Infos auf Blog zusammenstellen
  • Sonst noch was? Bestimmt habe ich irgendwas vergessen…