Tag 3 – Byendal > Häresjön (See)

Tag 3 begann mit einer frühen Abfahrt und schneller Einkehr bei einem irrsinnig guten Bäcker. Ausgestattet mit allerhand Power-Nahrung (im Grunde das Zeug, das Omis mit ihren Omi-Freundinnen alltäglich zum Kaffee spachteln) ging es dann auf die Strecke. Bis wir in Göteborg Rehe mitten in der Stadt beobachten konnten. Irre – Bilder ansehen!

Es lief außerordentlich gut, wir gönnten uns zwischenzeitlich sogar eine Softeis-Eskapade (ja, fragt Robert nach der Story), von der aus wir mit etwa einer zusätzlichen Mega-Kalorie (= 1.000 kcal) zur Weiterfahrt antraten. Da heute der Wind uns streckenweise einen Vorgeschmack präsentierte auf das, was in NOR auf uns zukommt und die Strecke deutlich hügeliger wurde, waren die Kalorien auch gleich verheizt und in Druck auf den Pedalen umgewandelt.

Was waren wir froh, als wir unser Ziel, den Häresjön-See, erreichten. Dort konnten wir gerade noch hineinspringen und das Zelt aufbauen, ehe es mit einem etwa einstündigen intensiven Schauer losging. Gut genährt und mit geputzten Zähnen ging es dan um etwa 21:00 in die Schlafsäcke. Und während Robert bereits regeneriert, tippe ich noch diese Zeilen hier auf dem Expeditions-Laptop.

9h Schlaf und dann heißt es wieder: „Attacke!“ Wir freuen uns irrsinnig über die geballten Eindrücke dieses Landes, die freundlichen „hej“-sagenden Menschen und darüber, dass wir beide von Druck- und Scheuer- und sonstigen Problematiken nur sehr wenig geplagt sind. Haben also viel Zeit, nach links und rechts zu sehen. ????

Tag 1 – Trelleborg > Bjuv

Am Nachmittag gegen 14 Uhr rollten wir von der Fähre. Wir wollten noch ein paar Meter machen, also hieß es keine Zeit zu verbummeln. Die Einreise verlief erstaunlich unspektakulär: keine Kontrollen, kein Corona-Test, niemand wollte unser Impfzertifikat sehen. Wir rollten von der Laderampe zwischen den Brummies aus dem Hafen direkt in die Stadt und waren plötzlich in Schweden ????????.

Heute waren wir zum Einstieg absolut begünstigt: schlichtweg Traumwetter. Wir konnten uns gut einradeln. Rob war beeindruckt von der tollen Streckenführung, Flo von Robs Trainingszustand und Flos Schenkel von den gewaltigen Antritten, die nötig waren, die Masse nach jedem Stopp wieder in Bewegung zu versetzen. Alle zufrieden.

Der Nachmittag verlief ansonsten eher unspektakulär und war geprägt vom Gefühl nun endlich in einem anderen Land zu sein. Im Vergleich zu Deutschland: deutlich weniger Menschen auf einen Haufen, sehr entspannter Verkehr, ruhige und unaufgeregte Artgenossen hinter den Lenkrädern, sensationell große Abstände bei Überholmanövern. Radler werden tatsächlich als normale Verkehrsteilnehmer wahrgenommen. Und es wird sicher noch ruhiger, denn der Süden ist ja noch recht dicht besiedelt. Am Abend machten wir prompt vom Jedermannsrecht Gebrauch und zelteten auf einer perfekten Wiese eines Sportplatzes. Unsere Seelen verhätschelten wir zuvor noch mit ordentlich Pizza, schwedischer Fruchtsaft-Zauberei und „etwas“ Süßigkeiten (na ja, Rob zumindest – Flori muss sich das erst noch „erradeln“).

Überfahrt und Start in Schweden

Unser Plan sah vor noch am Mittwochabend eine der beiden Nachtfähren nach Trelleborg zu nehmen, auf der Fähre zu schlafen und so gegen 6 Uhr morgens frisch und ausgeruht in den Donnerstag zu starten. Leider waren beide Fähren bereits ausgebucht. Unsere nächste Möglichkeit eröffnete sich am nächsten Morgen um 7:30 Uhr. Also verbrachten wir noch den Abend und die Nacht in Rostock und holten uns ein paar Restaurant- und Schlafplatz-Tipps von unserem Kumpel Samo. Die Nacht war etwas kurz, aber ausreichend erholsam. Die Vorfreude auf die Fährfahrt bügelte die letzten Schlaffalten im Gesicht glatt.