Rob’s Veloheld
Ich starte mit meinem neuen Veloheld IconX.

Ich fahre das Rad jetzt seit rund 5000km und bin hellauf begeistert. Ich hatte es letzten November nach sechsmonatiger Wartezeit endlich geliefert bekommen. Der Entscheidungsprozess bis zur Bestellung hat sechs Monate aber deutlich überschritten (Maja rollt gerade mit den Augen ????). Die Geometrie, die Ausstattung, die Funktionalität und vor allem aber auch die Variabilität des Rades sind ein Traum. Angefangen bei schnellen Brevets mit leichtem oder gar keinem Gepäck, über leichtem Gelände (Reifen bis 50mm Breite sind möglich) bis hin zu solchen Reisen wie diese hier sind kein Problem.

Rad und Ausrüstung wiegen gerade einmal 21kg (ohne Wasser und Verpflegung). Natürlich hatte ich vorher alles im Detail nachgewogen und die Ausrüstungsgegenstände sind so gewählt, dass sie ein möglichst kleines Packmaß ergeben (Maja rollt zum zweiten Mal mit den Augen ????). Alle Taschen bieten zusammen ein Volumen von knapp 40L. Dazu kommt noch ein extrem klein packbarer Rucksack mit 13L Volumen, der bei Bedarf auch einen größeren Einkauf transportieren soll.
Ein paar Gedanken zur Ausrüstung

Insgesamt ist die Ausrüstung wahrscheinlich eher spartanisch. Verglichen aber mit dem was die Fahrer bspw. eines Transcontinental Race über rund 4000km mitnehmen bietet dieses Equipment dann doch fast einen Wellnessurlaub. Zum Beispiel hat mich Falk im letzten Moment noch zur Mitnahme eines Gaskochers überredet. Ich glaube ich werde sehr froh sein ihn mitgenommen zu haben, denn wenn es mal länger kalt und anhaltend regnet, heitert etwas warmes die Stimmung schon deutlich auf. Und ja, natürlich, Michi, der regelmäßige Kaffee ist so natürlich gesichert und definitiv eingeplant ???? (die Aeropress nimmt der Flo mit).
Tatsache ist, dass das Thema Ausrüstung natürlich nie zu Ende, nie endgültig perfekt und auch selten für alle Gelegenheiten passend ist. Es ist immer ein Kompromiss zwischen möglichst wenig (daher leicht, kleines Packmaß, weniger/kleinere Taschen) und einem gewünschten Maß an Komfort. Besonders leicht und schnell ist man heute im Bikepacking-Stil unterwegs. Diese Taschen werden direkt am Rahmen und Sattelstütze befestigt, sind sehr leicht und es braucht keinen Gepäckträger. Auf der anderen Seite sind sie aber auch recht fummelig und man kommt an den Inhalt nur bedingt gut ran. Mein Kompromiss hin zu mehr Komfort waren daher zum Beispiel die klassischen Seitentaschen (neben dem Gaskocher und der Kochgrundausstattung dank Falk), wenn auch sehr kleine, die naturgemäß weiter ausladend sind und somit mehr Windlast bieten und letztlich am schnelle(re)n Vorankommen hindern (alles relativ, ich weiß). Auf der anderen Seite sind sie aber enorm praktisch. Große Öffnungen von oben bieten schnellen und leichten Zugriff auf den Inhalt. Man kann gut drin kramen und muss nicht immer erst alles ausladen, um an etwas ranzukommen was weiter unten liegt. Sie sind schnell abnehmbar und man kann sie einfach überall mit hintragen wo man sie braucht. Ob ich insgesamt dann doch zu spartanisch gepackt habe, welcher Gegenstand sich schließlich bewährt oder welcher vielleicht am Ende der Reise sogar überflüssig war werden wir sehen. Das Eingangsstatement kennt ihr ja bereits: „Radreiseanfänger“
Nun findet man Kitlisten zuhauf im Internet. Viele gute Möglichkeiten, um sich Ideen, Anregungen und Tipps zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten und Touren zu holen. Eine für mich in der Vorbereitung ganz hervorragende Quelle an Informationen war diese Seite (um nur ein Beispiel von vielen zu nennen): Ride Far – Bikepacking & Ultra-Distance Cycling Advice.
Was nehme ich nun mit?
- Lenkertasche (5L Volumen):
- leer, für Verpflegung vorgesehen
- Oberrohrtasche (0.7L Volumen, Kleinzeug an das man regelmäßig und schnell rankommen muss):
- Forumslader (Stromversorgung für alle Verbraucher)
- Sonnenschutz
- Taschentücher
- Kopfhörer
- iPhone Ladekabel
- FFP2 Maske
- Rahmentasche (2.4L Volumen, Kleinzeug an das man regelmäßig und schnell rankommen muss):
- Handy Regenüberzug
- Apotheke Teil 1 (Bepanthen, Zinksalbe, Magnesiumtabletten, Waschmittel)
- Reisepass und Portemonnaie
- kleines Fahrradschloss
- Ladeadapter und div. Ladekabel (iPhone Ersatzladekabel, Micro-USB, Ladekabel für Forumslader)
- Stirnlampe
- Mini-Leatherman
- Satteltasche (6L Volumen, Zusatzbekleidung, die ggf. während der Fahrt gebraucht wird) mit Ersatz-Rücklicht:
- Buff
- Windweste
- Regenbekleidung (Regenjacke, Regenhose, Gamaschen, Regenhandschuhüberzieher)
- Armlinge und Beinlinge
- Mütze, Langfingerhandschuhe
- Seitentasche rechts (12.5L Volumen, Camping, Schlafausrüstung):
- Gaskocher, Gaskartusche, kl. Topf, Tasse, Feuerzeug, Spork und 3m Leine
- Hygiene und Waschtasche (Feuchttücher, Seife, Zahnbürste, -seide und -pasta, Rasierschaum, Rasierer, Haargel, kl. Deostick, Ohropax)
- Autan Mückenschutz
- kl. Handtuch
- Daunenjacke
- Schlafsystem (Isomatte, Schlafsack)
- Seitentasche links (12.5L Volumen, Wechselkleidung, Werkzeug, Ersatzteile):
- T-Shirt und Langarmshirt
- Flipflops
- Zipper-Hose
- Unterwäsche (2 x Unterhose, 1 x Ersatzsocken)
- 8L Packsack (für alle Fälle) und Spanngurte
- Apotheke Teil II (Notfallset (inkl. Notfalldecke, Pflaster, Binden, etc.), Paracetamol, Allergietabletten)
- Werkzeug (Reifenheber, Multitool, Flickzeug, Tape, Kabelbinder, OP-Handschuhe
- Ersatzteile (2 Schläuche, Mantel, Schaltauge, Cleats, 1 Satz Bremsbeläge, Schaltzug, 2 x Quick-Links, 2 x Kettennietstifte, Mini-Tube Kettenöl)
- Am Rad selbst:
- Pumpe
- 3 x Flaschenhalter und 2 x 1L Wasserflaschen und 1 x 0.6L Wasserflasche
- 13L Mini-Rucksack
Florians schwäbischer Alu-Haudegen
Für mich ist es die Wieder-Inbetriebnahme eines alten, aber bewährten, vor 20 Jahren angesagt leichten Trekkingrades. Angepasst natürlich an die Bedürfnisse, mit denen wir in Skandinavien rechnen.

Das Rad hat nun sicherlich einige Kilometer auf dem Buckel, zahlreiche Reifen kommen und gehen sehen und stand dabei stets dienstbar zur Seite. Für meine üblichen Ein-Tages-Intermezzos mit den Straßen im Voralpenland bietet das Velo eine deutlich weniger-sportliche Sitzposition. Das sieht nicht nur bequem aus, sondern ist auch bequem. Und für die erforderliche Windschnittigkeit bei Luftbewegungen aus Nord habe ich den Tri-Lenker montiert. Auch zwischen Tageskilometer 150 und 200 könnte sich die damit verbundene Haltung als angenehm erweisen. On verra….
Thema Ausrüstung…
Das Gewicht von Rad uns Ausrüstung habe ich bewusst nicht ermittelt. Um meine Nerven zu schonen. Denn meine Vorbereitungszeit war noch von viel Arbeit begleitet. Als Tüftler mit teils schwäbischen Genen bin ich dann eben auch anfällig für endloses Versinken in die Optimierung technischer Arrangements – „Pi-mal-Daumen“ war dann strategisch gesehen die bessere Vorbereitungsvariante.

Und schließlich geht es ja nicht um sportliche Höchstleistung, sondern den Blick nach links und rechts, sowie auch etwas Trödelei. Damit steht fest, dass ich der begrenzende Faktor bin, sowohl hinsichtlich Fitness, als auch hinsichtlich Material. Weswegen sich Robert auch vorab schonmal 800 Kilometer gönnt, um nicht ganz so mit den Hufen zu scharren, wenn ich mich dann die Serpentinen hochkämpfe. 🙂
